die ersten sechs Wochen in Peru - Lima

Am 25. August 2019 sind wir in Lima gelandet. Unser Flug verlief reibungslos und auch das Umsteigen in Sao Paulo war kein Problem. Schon am Flughafen wurden wir sehr herzlich empfangen. In den darauf folgenden zwei Wochen haben uns Köhlers in das Leben in Peru und die Arbeit des YMCA Peru eingeführt. Wir haben gelernt wie wir uns in der Stadt orientieren und wie wir mit dem öffentlichen Bus fahren können. Außerdem haben wir die Arbeit in den verschiedenen Stadtteilen Limas besucht und ihre Programme kennen gelernt. Während dieser Zeit haben wir alle im YMCA gewohnt, gemeinsam gegessen und fast jeden Morgen eine Zeit für Lobpreis, Gebet oder Andacht gehabt. Diesen Teil des Tages habe ich immer als sehr wertvoll empfunden.
Außerdem sind wir für drei Tage ans Meer (Y-CAMP) und in ein kleines Dorf (Azpitia) außerhalb von Limas überwältigendem Großstadtleben gefahren, um uns als Gruppe besser kennenzulernen und mehr von Limas und Perus Vielfältigkeit zu entdecken. Dort habe ich gemerkt, wie gut mir der freie Blick auf den Ozean oder in die Landschaft in Azpitia tut. Denn Lima ist eine sehr große Stadt, die dennoch aus allen Nähten platzt. Oft kann man nur bis zur nächsten Häuserzeile schauen und auch ein Park ist hier nicht das Gleiche wie in Deutschland. Völlig begreifen werde ich diese riesige Stadt wohl nicht, aber einmal waren wir auf einem Aussichtspunkt oberhalb der Stadt und konnten so das Ausmaß dieser Stadt ein bisschen besser erfassen. Hier leben und arbeiten tatsächlich 13 Millionen Menschen, fahren mit dem Bus und gehen einkaufen. Auf der einen Seite ist das Meer und in die andere Richtung erstreckt sich die Stadt soweit, dass kein Ende in Sicht ist.
Nach diesen ersten zwei Wochen, sind wir in unsere Gastfamilien umgezogen. Meine Gastfamilie lebt verhältnismäßig zentral, sodass ich nie stundenlang mit dem Bus fahren musste. Außerdem durfte ich die Zeit in der Gastfamilie mit Anna teilen. Sie wohnt und arbeitet jetzt, genau wie, ich in der Provinz - allerdings im Norden Perus in Trujillo. Wir haben das Leben in der Gastfamilie sehr genossen - gemeinsam Bus fahren, Früchte kaufen auf dem Markt um die Ecke, warten bis die Andere von der Arbeit nach Hause kommt, um dann zusammen zu essen, Wäsche waschen und aufhängen, ... Außerdem haben wir oft mit unserem Gastbruder Arturo gequatsch - auf Deutsch allerdings, denn er war ein Jahr mit dem YMCA in Berlin. Unsere Gasteltern sind sehr sportliche und aktive Menschen. Jeden Sonntag haben sie uns mit in einen Club genommen. So einen Club wie man ihn eigentlich aus den USA kennt: mit vielen Sportplätzen, Pferden, Restaurants und natürlich einem Pool mit Liegen. Für Anna und mich war dieser Club ein Ort der Erholung und wir verstehen inzwischen wieso so viele Peruaner in solchen Clubs Mitglied sind. Hier gibt es die Möglichkeit den Stress und Lärm der Metropole zu vergessen, sich auf eine Wiese zu legen, in die vom Wind bewegten Baumkronen und den blauen Himmel zu schauen und ein Stück Natur zu genießen. Oder wie unsere Gasteltern es machen - den Lieblingssportarten nachgehen.
Dieser Ort hat mir aber auch ein Mal mehr gezeigt, dass Lima eine Stadt der Gegensätze ist. Direkt neben der wunderschönen Anlage des Clubs frisst sich ein weiteres Armenviertel in den angrenzenden Berg. Und auf den Straßen Limas schlängeln sich teure Autos neben den vielen alten entlang.
Mit dem Umzug in die Gastfamilien hat auch unser Arbeitsalltag in Lima begonnen. Dadurch dass es so viele verschiedene Projekte gibt, haben alle Volis unterschiedlich Arbeitspläne. Besonderer Fokus liegt auf der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen und auch auf der Frauen- und Familienarbeit. Wir als Provinzias durften in vielen verschiedenen Projekten mitarbeiten, um möglichst viel von den peruanischen Mitarbeitern zu lernen und in unsere Arbeit in der Provinz mit zu nehmen.
Nach den sechs Wochen war mir Lima mit den Volis und das Leben mit Anna in der Gastfamilie schon ans Herz gewachsen, sodass der Gedanke zu gehen einen bitteren Beigeschmack hatte. Aber ich wusste auch von Anfang an, dass meine Zeit in Lima begrenzt ist und ich nach Arequipa gehöre. Die Vorfreude auf das Neue hat also überwogen und so bin ich am 05. Oktober 2019 mit Maren ins Flugzeug nach Arequipa gestiegen.

Lima, August 2019


Arequipa, Oktober 2019



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